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Geschäftskonto für Handwerk und Bargeldgeschäft

Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes

Für Handwerksbetriebe und Geschäfte mit Bargeldeinnahmen entscheidet eine Frage vor allen anderen: Kann ich Bargeld einzahlen, wo und zu welchen Kosten? Bargeldein- und -auszahlungen sind eine eigene Gebührenart und bei regelmäßigen Einzahlungen häufig der größte Kostenblock. Danach zählen Firmenkarten für Material und Baustelle, die Zahl der Buchungen und die Anbindung an die Buchhaltung.

Das Wichtigste zuerst

Erste Frage
Bareinzahlung möglich, wo, zu welchen Kosten?
Größter Kostenblock bei Bargeld
Ein- und Auszahlungsentgelte
Typische Zusatzposition
Mitarbeiterkarten
Kartenterminal
eigener Vertrag, nicht Teil des Kontos
Buchhaltung
Kassenbuch plus Kontoumsätze

Bargeld: die Frage, die alles andere ordnet

Wer regelmäßig Bargeld einnimmt, muss zuerst klären, ob und wo er es einzahlen kann. Nicht jeder Anbieter bietet Bareinzahlung an; manche gar nicht, manche nur über Einzahlautomaten oder Partnerfilialen, manche nur zu hohen Entgelten. Ein Konto, das für einen Betrieb ohne Bargeld ideal ist, kann für einen Betrieb mit täglicher Kasse unbrauchbar sein. Deshalb steht diese Frage vor Grundgebühr, Karten und Schnittstellen.

Bargeldein- und -auszahlungen sind eine eigene Gebührenart, oft je Vorgang oder als Anteil des Betrags, teils mit Freibeträgen je Monat. Bei regelmäßigen Einzahlungen ist das häufig der größte Kostenblock. Rechnen Sie deshalb mit Ihrer tatsächlichen Zahl an Einzahlungen und deren Höhe, nicht mit der Grundgebühr allein.

Filiale, Automat oder Partnerfiliale

Für Bargeld gibt es drei Wege aufs Konto: die eigene Filiale der Bank, Einzahlautomaten und Partnerfilialen anderer Institute oder Handelsketten. Filialbanken bieten meist alle drei, Direktbanken höchstens die letzten beiden, manche keinen. Entscheidend ist die Erreichbarkeit von Ihrem Betrieb aus: Ein Automat, der zwanzig Kilometer entfernt steht, ist im Alltag keiner. Was die beiden Anbietertypen sonst unterscheidet, ordnet Neobank oder Filialbank ein.

Manche Betriebe kombinieren: ein Konto bei einer Filialbank für Bargeld und Ansprechpartner, ein zweites bei einer Direktbank für Überweisungen und Karten. Das kostet eine zweite Grundgebühr, kann sich aber rechnen, wenn beide Konten in ihrem Bereich günstig sind.

Karten für Material, Baustelle und Mitarbeitende

Materialkäufe im Großhandel, Tanken, Kleinteile auf dem Weg zur Baustelle: Wer das über Karte statt über Vorschuss und Quittung abwickelt, spart Abrechnungsaufwand. Karten für Mitarbeitende mit eigenem Limit sind dabei eine eigene Gebührenposition; prüfen Sie Anzahl, Entgelt je Karte und ob sich Limits einzeln setzen lassen. Eine echte Kreditkarte mit Rahmen brauchen Sie nur, wenn Sie sie tatsächlich benötigen, etwa für Kautionen; für den Alltag reicht meist eine Debitkarte.

Kartenzahlung Ihrer Kunden: Terminal ist nicht Konto

Wer Kunden Kartenzahlung anbietet, schließt dafür einen Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister, der das Terminal stellt und die Beträge auszahlt. Das ist ein eigener Vertrag mit eigenen Gebühren, nicht Teil des Geschäftskontos. Für das Konto zählt zweierlei: Die Auszahlungen des Terminals müssen dort ankommen können, und jede Auszahlung ist eine Buchung, die in die Kostenrechnung gehört. Bei täglichen Sammelauszahlungen kommen so schnell zwanzig oder mehr Buchungen im Monat zusammen, bevor die erste Rechnung geschrieben ist.

Buchungsposten: viele Kleinbeträge zählen

Handwerk und Handel erzeugen viele kleine Buchungen: Materialkäufe, Tankquittungen, Terminal-Auszahlungen, Kundenzahlungen in Teilbeträgen. Bei einem Konto, das je Buchung abrechnet, kann diese Menge den zweitgrößten Kostenblock nach dem Bargeld bilden. Zählen Sie einen typischen Monat und rechnen Sie beide Modelle durch, Pauschale mit Inklusivbuchungen gegen Einzelabrechnung. Den Rechenweg zeigt Was ein Geschäftskonto kostet, die Rechnung für Ihr Volumen der Kontokosten-Rechner.

Kasse und Konto in der Buchhaltung

Bargeldeinnahmen laufen über die Kasse und werden im Kassenbuch erfasst, Kontoumsätze über den Auszug. Beides muss zusammenpassen: Jede Bareinzahlung auf das Konto ist ein Vorgang, der im Kassenbuch als Abgang und auf dem Konto als Zugang erscheint. Die Vorgaben zur ordnungsmäßigen Buchführung verlangen, dass Kassenaufzeichnungen zeitnah und vollständig sind; wie Sie das im Betrieb organisieren, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung. Für das Konto heißt das: Eine Anbindung an die Buchhaltung, die Kontoumsätze automatisch übernimmt, spart die Hälfte der Arbeit; die andere Hälfte bleibt die Kasse.

Checkliste für die Auswahl

  • Bareinzahlung: möglich? Wo? Zu welchen Entgelten, mit welchen Freibeträgen?
  • Erreichbarkeit: Filiale oder Automat in Betriebsnähe?
  • Karten: Anzahl, Entgelt, Limits für Mitarbeitende.
  • Buchungen: Materialkäufe, Terminal-Auszahlungen, Kundenzahlungen zählen.
  • Schnittstelle: Anbindung an Buchhaltung oder Steuerkanzlei.
  • Ansprechpartner: Wenn Sie ihn brauchen, ist er ein Kriterium; wenn nicht, kostet er nur.

Ob ein Konto ohne Grundgebühr in dieser Konstellation überhaupt infrage kommt, steht unter Kostenloses Geschäftskonto; die Kriterien im Zusammenhang erklärt Welches Geschäftskonto passt zu mir?

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Häufige Fragen

Kann ich bei jedem Geschäftskonto Bargeld einzahlen?

Nein. Manche Anbieter, vor allem reine Direktbanken, bieten keine oder nur eingeschränkte Bareinzahlung an. Wer regelmäßig Bargeld einnimmt, muss diese Frage vor allen anderen klären.

Was kostet Bargeld auf dem Geschäftskonto?

Bargeldein- und -auszahlungen sind eine eigene Gebührenart, oft je Vorgang oder als Prozentsatz des Betrags, teils mit Freibeträgen. Bei regelmäßigen Einzahlungen ist das häufig der größte Kostenblock, größer als die Grundgebühr.

Filialbank oder Direktbank für einen Handwerksbetrieb?

Wer Bargeld einzahlt und einen Ansprechpartner vor Ort schätzt, ist bei einer Filialbank meist besser aufgehoben. Wer kaum Bargeld hat und vor allem überweist, kommt mit einer Direktbank oft günstiger weg. Manche Betriebe kombinieren beides.

Brauchen meine Mitarbeitenden eigene Karten?

Wenn Material auf der Baustelle oder im Großhandel gekauft wird, sparen Mitarbeiterkarten mit Limit viel Abrechnungsaufwand. Prüfen Sie Anzahl und Entgelte der Zusatzkarten, sie sind eine eigene Gebührenposition.

Was ist mit Kartenzahlung meiner Kunden?

Ein Kartenterminal ist ein eigener Vertrag mit einem Zahlungsdienstleister, nicht Teil des Kontos. Für das Konto zählt, dass die Auszahlungen des Terminals dort ankommen und als Buchungen mitgezählt werden.

Aidan Faes

Research Lead

Verantwortet Recherche und Faktenprüfung der Ratgeberinhalte. Jede Zahl und jede Rechtsaussage auf dieser Seite wird vor Veröffentlichung gegen die Primärquelle geprüft, also gegen Gesetzestext, Merkblatt oder Behördenangabe. Wo sich eine Angabe nicht belegen lässt, steht sie hier nicht.

Stand:

Über den Autor und die Arbeitsweise

Quellen: Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter (Bargeld, Karten, Buchungsposten) · § 146 AO (Ordnungsvorschriften für die Buchführung, Kassenaufzeichnungen) · GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern)