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Kostenloses Geschäftskonto: wann 0 € Grundgebühr wirklich 0 € kosten
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Das Wichtigste zuerst
- Kostenlos heißt meist
- keine Grundgebühr
- Weitere Gebührenarten
- Buchungsposten, Karten, Bargeld, Fremdwährung, Unterkonten
- Marktspanne Kontoführung
- 0 bis rund 60 €/Monat (Orientierung, Stand August 2026)
- Typische Bedingung
- Mindestgeldeingang oder Buchungslimit
- Entscheidend
- Ihre Buchungen und Vorgänge je Monat
Was „kostenlos“ bei einem Geschäftskonto bedeutet
„Kostenloses Geschäftskonto“ heißt in aller Regel, dass keine monatliche Grundgebühr berechnet wird. Es heißt nicht, dass die Nutzung des Kontos nichts kostet. Ein Geschäftskonto besteht aus mehreren Gebührenarten, und die Grundgebühr ist nur eine davon. Bei geringer Nutzung, etwa einer Freiberuflerin mit wenigen Überweisungen und ohne Bargeld, kann die Summe tatsächlich bei null liegen. Bei einem Betrieb mit vielen Buchungen, mehreren Karten und Kassenumsatz kann ein Konto ohne Grundgebühr am Ende teurer sein als ein Konto mit Pauschale.
Die Spanne der Kontoführung reicht je nach Modell und Leistungsumfang von 0 bis rund 60 € im Monat (Orientierung aus unserer Marktbeobachtung, Stand August 2026). Welche Gebührenarten es im Einzelnen gibt, erklärt Was ein Geschäftskonto kostet.
Die Gebührenarten, die trotzdem anfallen können
Sechs Gebührenarten bestimmen die tatsächlichen Kosten eines Geschäftskontos. Prüfen Sie jede davon im Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor Sie sich für ein Konto ohne Grundgebühr entscheiden.
- Grundgebühr: Der monatliche Festbetrag; bei 0-€-Konten entfällt er, häufig unter Bedingungen.
- Buchungsposten: Entgelt je Überweisung, Lastschrift oder Gutschrift. Beleghafte Buchungen, also Papierüberweisungen, sind meist teurer als beleglose.
- Karten: Debit- oder Kreditkarten je Person, oft mit Jahres- oder Monatsentgelt und mit Entgelten für Fremdwährungsumsätze.
- Bargeld: Ein- und Auszahlungen am Schalter oder Automaten, teils mit Freikontingent, teils je Vorgang oder Betrag.
- Fremdwährungszahlungen: Überweisungen außerhalb des Euroraums und Kartenzahlungen in Fremdwährung mit Umrechnungsaufschlag.
- Unterkonten: Zusätzliche Konten für Rücklagen oder Projekte, je Konto berechnet oder im Paket enthalten.
Typische Bedingungen bei Konten ohne Grundgebühr
Die entfallende Grundgebühr ist häufig an Bedingungen geknüpft, die im Kleingedruckten stehen. Diese Bedingungen sind keine Tricks, aber sie gehören in Ihre Rechnung. Typische Konstellationen, die Sie prüfen sollten:
- Mindestgeldeingang: Die Grundgebühr entfällt nur, wenn monatlich ein bestimmter Betrag eingeht; darunter wird sie berechnet.
- Inklusive Buchungen: Eine feste Zahl Buchungen ist enthalten, jede weitere kostet einzeln. Bei wachsendem Volumen kippt die Rechnung.
- Kartenentgelt: Das Konto ist frei, die Karte kostet. Bei mehreren Mitarbeitenden summiert sich das.
- Bargeld ausgeschlossen oder teuer: Einzahlungen sind nicht möglich oder werden je Vorgang berechnet.
- Aktionszeitraum: Die Gebührenfreiheit gilt nur für eine Anfangsphase, danach greift ein Standardtarif.
- Nur für bestimmte Rechtsformen: Das 0-€-Modell gilt etwa für Einzelunternehmen, nicht für Kapitalgesellschaften, oder umgekehrt.
Drei Nutzungsprofile und was bei ihnen zählt
Ob sich ein Konto ohne Grundgebühr rechnet, zeigt sich am Nutzungsprofil. Drei typische Profile machen die Logik sichtbar; konkrete Beträge hängen vom jeweiligen Preis- und Leistungsverzeichnis ab; als Orientierung: Solo-Profile kommen häufig mit 0 bis rund 10 € im Monat aus, Profile mit vielen Buchungen oder Bargeld liegen eher bei 15 bis 60 € (eigene Marktbeobachtung, Stand August 2026, kein Angebot).
- Solo-Freiberufler ohne Bargeld, wenige Buchungen: Hier kann ein Konto ohne Grundgebühr tatsächlich bei null landen. Zu prüfen sind vor allem Kartenentgelt und ein möglicher Mindestgeldeingang.
- GmbH mit drei Mitarbeitenden, über 100 Buchungen, DATEV: Bei diesem Volumen bestimmen die Buchungsposten die Rechnung. Ein Konto mit Pauschale und Inklusivbuchungen kann günstiger sein als ein 0-€-Konto mit Einzelabrechnung. Zusätzlich zählen Schnittstelle und Karten für Mitarbeitende.
- Handelsbetrieb mit Bargeldgeschäft: Hier entscheiden die Bargeldkonditionen. Ein Konto ohne Grundgebühr, das Einzahlungen ausschließt oder je Vorgang berechnet, ist für diesen Betrieb selten die günstige Wahl.
Wer nicht in eines der Profile passt, kombiniert die Logik: Zählen Sie, was Sie tatsächlich tun, und bewerten Sie jede Gebührenart einzeln.
So rechnen Sie Ihre echten Monatskosten aus
Ihre tatsächlichen Monatskosten ergeben sich aus einer einfachen Summe, für die Sie nur einen typischen Monat und das Preis- und Leistungsverzeichnis brauchen. Nehmen Sie einen Kontoauszug der letzten Monate als Grundlage; für eine Gründung schätzen Sie die Werte.
- Buchungen zählen: Überweisungen, Lastschriften und Gutschriften eines Monats, getrennt nach beleglos und beleghaft.
- Karten zählen: Wie viele Personen brauchen eine Karte, und wie oft wird in Fremdwährung gezahlt?
- Bargeldvorgänge zählen: Ein- und Auszahlungen je Monat, mit Beträgen.
- Auslandszahlungen zählen: Überweisungen außerhalb des Euroraums.
- Unterkonten festlegen: Wie viele brauchen Sie für Rücklagen und Projekte?
- Multiplizieren und addieren: Jede Position mal Entgelt aus dem Verzeichnis, plus Grundgebühr, minus Freikontingente. Das Ergebnis ist Ihr echter Monatspreis, mit dem Sie Angebote einordnen können.
Wer die Rechnung für zwei oder drei Modelle durchführt, sieht meist sofort, ab welchem Buchungsvolumen ein Konto ohne Grundgebühr teurer wird als ein Konto mit Pauschale.
Was in dieser Rechnung fehlt: das Guthaben
Gebühren sind nur die eine Seite; die andere ist der Ertrag, der Ihnen entgeht, wenn Guthaben unverzinst liegt. Bei 100.000 € durchschnittlichem Guthaben und einer Zinsdifferenz von 2,6 % pro Jahr sind das rund 2.600 € im Jahr, also deutlich mehr, als die meisten Grundgebühren zusammen ausmachen. Bei kleinen Guthaben kehrt sich das um. Rechnen Sie Ihren Betrag im Zinsverlust-Rechner durch; wann sich ein verzinstes Konto lohnt, erklärt Geschäftskonto mit Zinsen.
Wann sich der Wechsel zu einem anderen Gebührenmodell lohnt
Der Wechsel lohnt sich, wenn Ihre Rechnung über mehrere Monate hinweg deutlich unter dem liegt, was Sie heute zahlen, und die übrigen Kriterien erfüllt bleiben: Rechtsform, Bargeld, Schnittstellen, Ansprechpartner. Alle sechs Kriterien stehen unter Welches Geschäftskonto passt zu mir?. Den Umzug selbst, von der Umstellung der Zahlungseingänge bis zur Kündigung des alten Kontos, beschreibt Geschäftskonto wechseln. Wichtig: Kündigen Sie das alte Konto erst, wenn das neue vollständig läuft, sonst sparen Sie Gebühren und verlieren Zahlungen.
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Häufige Fragen
Gibt es wirklich kostenlose Geschäftskonten?
Es gibt Konten ohne Grundgebühr. Ob sie für Sie kostenlos sind, hängt davon ab, welche weiteren Gebührenarten anfallen: Buchungsposten, Karten, Bargeldvorgänge, Fremdwährungszahlungen und Unterkonten. Bei geringer Nutzung kann die Summe tatsächlich bei null liegen, bei intensiver Nutzung nicht.
Welche Bedingungen sind bei 0-€-Konten typisch?
Häufig ist die entfallende Grundgebühr an Bedingungen geknüpft, etwa an einen monatlichen Mindestgeldeingang, an eine begrenzte Zahl inklusiver Buchungen oder an eine kostenpflichtige Karte. Solche Bedingungen stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht in der Überschrift.
Ist ein Konto mit Grundgebühr dann besser?
Nicht grundsätzlich. Ein Konto mit Pauschale kann bei vielen Buchungen günstiger sein, ein Konto ohne Grundgebühr bei wenigen. Rechnen Sie beide Modelle mit Ihrem tatsächlichen Nutzungsverhalten durch, statt nach der Grundgebühr zu entscheiden.
Kann eine GmbH ein kostenloses Geschäftskonto nutzen?
Ja, sofern der Anbieter Kapitalgesellschaften annimmt und, bei einer Gründung, ein Konto auf die Gesellschaft in Gründung eröffnet. Das ist eine eigene Frage, die vor der Gebührenfrage geklärt sein sollte.
Wie finde ich heraus, was mich ein Konto wirklich kostet?
Zählen Sie Ihre Buchungen, Karten, Bargeldvorgänge und Auslandszahlungen eines typischen Monats und multiplizieren Sie sie mit den Posten aus dem Preis- und Leistungsverzeichnis. Addieren Sie die Grundgebühr. Der Rechenweg steht weiter unten auf dieser Seite.
Research Lead
Verantwortet Recherche und Faktenprüfung der Ratgeberinhalte. Jede Zahl und jede Rechtsaussage auf dieser Seite wird vor Veröffentlichung gegen die Primärquelle geprüft, also gegen Gesetzestext, Merkblatt oder Behördenangabe. Wo sich eine Angabe nicht belegen lässt, steht sie hier nicht.
Stand:
Quellen: Preis- und Leistungsverzeichnisse der jeweiligen Anbieter (maßgeblich für den Einzelfall) · Eigene Marktbeobachtung der Kontoführungsgebühren, Stand August 2026