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Was ein Geschäftskonto kostet: Gebühren im Überblick
Kosten auf einen Blick
- Marktspanne Kontoführung
- 0 € bis rund 60 € pro Monat
- Größter Kostentreiber
- Bargeld und Buchungsmenge
- Häufig übersehen
- beleghafte Buchungen, Fremdwährung
- Preisspanne gilt für
- laufende Kontoführung, ohne Kredit
- Datenstand
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Aus welchen Positionen sich der Preis zusammensetzt
Ein Geschäftskonto hat selten einen einzigen Preis. Üblich ist eine Kombination aus einer monatlichen Grundgebühr und mehreren nutzungsabhängigen Positionen. Diese Aufteilung ist der Grund, warum zwei Unternehmen beim selben Anbieter sehr unterschiedliche Rechnungen bekommen.
- Grundgebühr: der monatliche Fixbetrag. Er reicht von 0 € bis rund 60 €, je nach Leistungsumfang.
- Buchungsposten: Häufig ist eine bestimmte Zahl beleglos ausgeführter Buchungen enthalten, darüber hinaus wird je Posten abgerechnet. Beleghafte Buchungen, also solche mit Papierbeleg, sind in der Regel deutlich teurer als beleglose.
- Karten: Eine Debitkarte ist oft enthalten, eine echte Kreditkarte kostenpflichtig. Zusätzliche Karten für Mitarbeitende werden meist je Karte berechnet.
- Bargeld: Ein- und Auszahlungen werden häufig je Vorgang oder als Prozentsatz des Betrags berechnet. Nicht jeder Anbieter bietet Bargeldeinzahlung überhaupt an.
- Fremdwährungszahlungen: Neben einer Gebühr je Auftrag fällt regelmäßig ein Aufschlag auf den Umrechnungskurs an, der in Preislisten nicht immer auffällt.
- Unterkonten: Sinnvoll für Steuerrücklagen und Projekte, je nach Anbieter inklusive oder je Konto berechnet.
Die drei Faktoren, die den Preis wirklich treiben
Bargeld. Der größte einzelne Kostentreiber. Wer täglich Bargeld einzahlt, zahlt bei einem Anbieter ohne Filialnetz schnell mehr für die Einzahlungen als für das Konto selbst. Wer gar kein Bargeld bewegt, kann diese Position komplett ignorieren.
Buchungsmenge. Zwanzig Buchungen im Monat sind bei fast jedem Modell unkritisch. Ab etwa hundert Buchungen wird die Zahl der inklusiven Posten zur zentralen Frage, weil die Einzelpreise sich addieren.
Zusatzleistungen. Echte Kreditkarte, mehrere Nutzerkarten, Unterkonten, DATEV-Anbindung: Jede dieser Positionen kann in einem Paket enthalten oder einzeln berechnet sein. Ein scheinbar teures Paket kann dadurch günstiger sein als ein günstiges Konto mit vielen Einzelposten.
Drei Profile zum Einordnen
Die folgenden Profile zeigen, wie unterschiedlich sich dieselben Gebührenarten auswirken. Wir nennen bewusst keine Beträge je Anbieter, sondern beschreiben, welche Positionen dominieren.
Profil A, Solo-Freiberuflerin ohne Bargeld. Wenige Buchungen, keine Bargeldvorgänge, eine Debitkarte, keine Unterkonten. Hier dominiert die Grundgebühr, alles andere fällt kaum ins Gewicht. Ein Modell ohne oder mit niedriger Grundgebühr ist in der Regel die günstigste Wahl. [REDAKTION: konkrete Monatsspanne einsetzen]
Profil B, GmbH mit drei Mitarbeitenden. Über hundert Buchungen im Monat, DATEV-Anbindung, mehrere Karten, Unterkonten für Rücklagen. Hier entscheidet die Zahl der inklusiven Buchungsposten und die Frage, ob DATEV-Export und Zusatzkarten im Paket enthalten sind. [REDAKTION: konkrete Monatsspanne einsetzen]
Profil C, Handelsbetrieb mit Bargeldgeschäft. Regelmäßige Bargeldeinzahlungen, viele kleinteilige Buchungen. Hier dominieren die Bargeldgebühren alles andere. Entscheidend ist, ob der Anbieter Bargeldeinzahlung überhaupt anbietet und zu welchen Konditionen. [REDAKTION: konkrete Monatsspanne einsetzen]
Was in Preislisten regelmäßig übersehen wird
- Beleghafte Buchungen: Der Aufpreis gegenüber beleglosen Buchungen ist erheblich und trifft vor allem Unternehmen mit Papierbelegen.
- Wechselkursaufschlag: Er steht selten in der Gebührentabelle, wirkt aber bei Auslandsgeschäft stärker als jede Grundgebühr.
- Karten für Mitarbeitende: Bei wachsendem Team summiert sich die Position schnell.
- Kontoauszüge auf Papier: Teils kostenpflichtig, teils nur auf Anforderung.
- Unverzinstes Guthaben: Keine Gebühr im engeren Sinn, aber ein realer Kostenblock, sobald größere Beträge dauerhaft liegen bleiben.
Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Wie viel Ertrag Ihnen bei Ihrem durchschnittlichen Guthaben entgeht, rechnet der Zinsverlust-Rechner aus. Bei größeren Beträgen kann dieser Betrag die gesamten Kontogebühren übersteigen.
Warum die Grundgebühr die falsche Leitgröße ist
Die Grundgebühr ist die Zahl, die überall zuerst genannt wird, weil sie sich am leichtesten gegenüberstellen lässt. Genau deshalb ist sie als Entscheidungsgrundlage ungeeignet: Sie ist der einzige Posten, der nicht von Ihrem Verhalten abhängt, und häufig der kleinste.
Rechnen Sie stattdessen mit Ihrem Mengengerüst. Ein Konto ohne Grundgebühr, das jede Buchung einzeln berechnet, kann bei 150 Buchungen im Monat teurer sein als ein Konto mit fester Gebühr und großzügigem Inklusivkontingent. Umgekehrt zahlt eine Freiberuflerin mit zwölf Buchungen im Monat bei einem Paketpreis für Leistungen, die sie nie nutzt.
Der zweite Grund: Nutzungsabhängige Positionen wachsen mit Ihrem Unternehmen, die Grundgebühr nicht. Wer heute zwanzig Buchungen hat und in zwei Jahren zweihundert, sollte die Preisstruktur daraufhin ansehen, nicht nur den Einstiegspreis.
Die Positionen, die im Alltag wirklich weh tun
Beleghafte Buchungen. Der Aufpreis gegenüber beleglosen Buchungen ist bei vielen Anbietern erheblich. Betroffen sind Unternehmen, die noch mit Papierbelegen und Überweisungsträgern arbeiten. Der Umstieg auf beleglose Prozesse ist hier oft die größere Ersparnis als ein Anbieterwechsel.
Bargeldeinzahlungen. Häufig als Prozentsatz des Betrags berechnet, teils mit Mindestgebühr je Vorgang. Wer täglich kleinere Beträge einzahlt, zahlt dadurch relativ mehr als bei wenigen großen Einzahlungen. Ein simpler Wechsel der Einzahlungsfrequenz kann die Position spürbar senken.
Fremdwährung. Der Aufschlag auf den Umrechnungskurs taucht in Preisverzeichnissen oft nicht als Gebühr auf, sondern als Marge. Bei regelmäßigem Auslandsgeschäft ist das häufig der größte Einzelposten überhaupt und der am schwersten sichtbare.
Rücklastschriften. Sie entstehen nicht durch die Bank, sondern durch geplatzte Einzüge, kosten aber Gebühren auf beiden Seiten. Wer eine Liquiditätsreserve auf einem Unterkonto vorhält, vermeidet die meisten davon.
So schätzen Sie Ihre eigenen Kosten
- Zählen Sie Ihre Buchungen eines typischen Monats und trennen Sie beleglos und beleghaft.
- Notieren Sie Zahl und Volumen der Bargeldvorgänge, falls es welche gibt.
- Listen Sie benötigte Karten und Unterkonten auf, nicht die gewünschten.
- Schätzen Sie den Anteil an Fremdwährungszahlungen.
- Rechnen Sie erst danach mit Preislisten. Ohne diese Mengengerüste sagt jede Preisangabe wenig aus.
Genau diese Angaben fragen wir auch im Fragebogen ab. Damit schlagen wir Ihnen Partner vor, deren Modell zu Ihrem Nutzungsverhalten passt, statt Ihnen eine Liste zu zeigen, aus der Sie selbst rechnen müssen.
Was zusätzlich einmalig anfällt
Bei einer Gründung kommen zu den laufenden Kontokosten einmalige Positionen hinzu, etwa für Notar, Handelsregister und Anmeldungen. Diese sind unter Gründungskosten beschrieben. Wenn Sie zuerst wissen wollen, wie die Kontoeröffnung selbst abläuft, hilft Gründungskonto: Ablauf. Welche Unterlagen dafür nötig sind, stellt die Gründungskonto-Checkliste zusammen.
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Häufige Fragen
Gibt es Geschäftskonten ohne Grundgebühr?
Ja, Modelle ohne monatliche Grundgebühr existieren. Sie rechnen sich dann meist über einzelne Buchungsposten, über Bargeldvorgänge oder über eingeschränkte Leistungen. Entscheidend ist nicht die Grundgebühr allein, sondern die Summe aller Positionen bei Ihrem tatsächlichen Nutzungsverhalten.
Warum ist Bargeld so oft teuer?
Weil die Verarbeitung von Bargeld physischen Aufwand verursacht, von der Annahme über den Transport bis zur Zählung. Anbieter ohne eigenes Filialnetz bilden das über Gebühren je Vorgang ab oder bieten es gar nicht an.
Was unterscheidet Debit- und Kreditkarte in den Kosten?
Bei einer Debitkarte wird jede Zahlung sofort vom Guthaben abgebucht, das Risiko für die Bank ist gering. Eine echte Kreditkarte räumt einen Verfügungsrahmen ein und ist deshalb häufig kostenpflichtig und an eine Bonitätsprüfung geknüpft.
Lohnt sich ein teureres Konto mit Verzinsung?
Das lässt sich ausrechnen. Stellen Sie die zusätzlichen Gebühren dem Ertrag gegenüber, den Ihr durchschnittliches Guthaben erzielen würde. Bei kleinen Guthaben überwiegt fast immer die Gebühr, bei größeren kippt die Rechnung.
Nennen Sie konkrete Preise einzelner Anbieter?
Nein. Wir sind ein Vermittlungsservice und bilden nicht den gesamten Markt ab. Wir erklären die Kostenarten und die Faktoren, die den Preis treiben, und vermitteln Sie anschließend an Partner, die zu Ihrem Nutzungsprofil passen.
Aidan Faes
Research Lead
Verantwortet Recherche und Faktenprüfung der Ratgeberinhalte. Jede Zahl und jede Rechtsaussage auf dieser Seite wird vor Veröffentlichung gegen die Primärquelle geprüft, also gegen Gesetzestext, Merkblatt oder Behördenangabe. Wo sich eine Angabe nicht belegen lässt, steht sie hier nicht.
Stand:
Quellen: Eigene Markterhebung, Stand 17.08.2026 [REDAKTION: Spanne validieren und Quelle benennen]