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Zweitkonto und Unterkonten: Steuern und Rücklagen trennen
Zuletzt aktualisiert am · Aidan Faes
Das Wichtigste zuerst
- Unterkonto
- beim selben Anbieter, unter dem Hauptkonto
- Zweitkonto
- eigenes Konto bei einem anderen Anbieter
- Typische Zwecke
- Umsatzsteuer, Vorauszahlungen, Rücklagen, Projekte
- Kosten
- Unterkonten sind eine eigene Gebührenart
- Rücklagenhöhe
- fester Anteil je Einnahme, mit Steuerberatung
Unterkonto oder Zweitkonto: Was ist der Unterschied?
Ein Unterkonto ist ein zusätzliches Konto beim selben Anbieter, das unter Ihrem Hauptkonto geführt wird, oft mit eigener IBAN und im selben Online-Zugang. Ein Zweitkonto ist ein vollständig eigenständiges Geschäftskonto, meist bei einem anderen Anbieter, mit eigenem Vertrag und eigenem Zugang. Das Unterkonto ist die bequemere Lösung für die interne Trennung von Geld; das Zweitkonto trennt zusätzlich das Risiko, weil es von einer Kündigung, Sperre oder Störung des Hauptkontos nicht betroffen ist.
Für die reine Rücklagenbildung genügt in vielen Fällen ein Unterkonto. Wer aber Zahlungsverpflichtungen hat, die auch bei einem Ausfall des Hauptkontos bedient werden müssen, sollte über ein Zweitkonto nachdenken. Was bei einer Kündigung passiert, steht unter Bank hat das Geschäftskonto gekündigt.
Wofür sich zusätzliche Konten eignen
Zusätzliche Konten eignen sich für alles, was nicht zum laufenden Geschäft gehört und später gebraucht wird. Die häufigsten Zwecke:
- Umsatzsteuer: Die vereinnahmte Umsatzsteuer gehört nicht Ihnen. Auf einem eigenen Konto ist sie sichtbar getrennt.
- Steuervorauszahlungen und Nachzahlungen: Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer werden fällig, wenn das Geld längst ausgegeben sein kann.
- Allgemeine Rücklage: Ein Puffer für schwache Monate, Reparaturen oder Investitionen.
- Projektgelder: Anzahlungen oder zweckgebundene Mittel, die nicht mit dem übrigen Geld vermischt werden sollen.
- Ausfallsicherheit: Ein zweiter Zugang zu Liquidität, falls das Hauptkonto ausfällt.
Die einfache Rücklagen-Logik
Die einfachste Methode ist ein fester Anteil jeder Einnahme, der unmittelbar nach dem Zahlungseingang auf das Rücklagenkonto wandert. Wie hoch dieser Anteil sein sollte, hängt von Rechtsform, Gewinn und Umsatzsteuerpflicht ab; legen Sie ihn mit Ihrer Steuerberatung fest, statt einen Pauschalwert zu übernehmen. Entscheidend ist weniger die exakte Höhe als die Regelmäßigkeit: Was direkt beiseitegelegt wird, wird nicht versehentlich ausgegeben. Der Rest auf dem Hauptkonto ist dann das, worüber Sie tatsächlich verfügen können.
- Zweck festlegen: Bestimmen Sie, wofür das zusätzliche Konto da ist: Umsatzsteuer, Steuervorauszahlungen, allgemeine Rücklage oder ein Projekt. Ein Zweck je Konto hält die Übersicht.
- Unterkonto oder Zweitkonto wählen: Ein Unterkonto beim bestehenden Anbieter ist schnell eingerichtet; ein Zweitkonto bei einem anderen Anbieter trennt zusätzlich das Ausfallrisiko.
- Festen Anteil definieren: Legen Sie einen festen Anteil jeder Einnahme fest, der auf das Rücklagenkonto wandert. Die Höhe stimmen Sie mit Ihrer Steuerberatung ab.
- Übertrag automatisieren: Richten Sie einen Dauerauftrag oder eine feste Routine nach jedem Zahlungseingang ein, damit die Rücklage nicht vom guten Willen abhängt.
Was zusätzliche Konten kosten
Unterkonten gehören zu den typischen Gebührenarten eines Geschäftskontos, neben Grundgebühr, Buchungsposten, Karten, Bargeldvorgängen und Fremdwährungszahlungen. Manche Anbieter schließen eine bestimmte Zahl an Unterkonten ein, andere berechnen jedes einzeln. Ein Zweitkonto bei einem anderen Anbieter kostet die dortige Grundgebühr, verursacht aber selten Buchungsposten, weil auf ihm wenig passiert. Rechnen Sie beides gegen den Nutzen: Was kostet Sie eine versäumte Steuerzahlung oder ein Tag ohne Zahlungsfähigkeit? Welche Gebührenarten es insgesamt gibt, steht unter was ein Geschäftskonto kostet.
Rücklagen verzinsen lassen
Rücklagen liegen auf den meisten Geschäftskonten unverzinst, weil diese Konten für Zahlungsverkehr gebaut sind, nicht für Ertrag. Solange die Rücklage klein ist, spielt das keine Rolle. Wächst sie über längere Zeit, wird die Frage relevant, ob ein verzinstes Konto die entgangenen Erträge hereinholt und ob es die Flexibilität bietet, die eine Rücklage braucht. Die Rechenlogik dazu steht unter Geschäftskonto mit Zinsen; den Betrag für Ihr Guthaben liefert der Zinsverlust-Rechner.
Neobank und Filialbank kombinieren
Ein Zweitkonto ist auch der Weg, die Stärken zweier Kontotypen zu verbinden: ein Online-Konto für den schnellen, günstigen Zahlungsverkehr und ein Konto bei einer Filial- oder Hausbank für Bargeld, persönliche Ansprache oder Kreditgespräche. Welche Situation zu welchem Typ passt, steht unter Neobank oder Filialbank. Wer das bestehende Konto dabei ganz aufgeben will, findet den Ablauf unter Geschäftskonto wechseln.
Häufige Fehler
- Rücklagen nur gedanklich trennen: Was auf dem Hauptkonto liegt, wird ausgegeben.
- Übertrag von Hand und unregelmäßig: Ein Dauerauftrag oder eine feste Routine ist zuverlässiger.
- Alle Konten beim selben Anbieter: Bequem, aber ohne Schutz vor Kündigung oder Störung.
- Unterkonten-Gebühren übersehen: Sie stehen in der Preisliste, nicht im Werbetext.
Alle Kriterien im Zusammenhang finden Sie unter Welches Geschäftskonto passt zu mir?.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Unterkonto und Zweitkonto?
Ein Unterkonto läuft beim selben Anbieter unter dem Hauptkonto, oft mit eigener IBAN. Ein Zweitkonto ist ein eigenständiges Geschäftskonto bei einem anderen Anbieter. Das Unterkonto ist bequemer, das Zweitkonto trennt zusätzlich das Ausfallrisiko.
Wie viel sollte ich für Steuern zurücklegen?
Das hängt von Rechtsform, Gewinn und Umsatzsteuerpflicht ab und lässt sich nicht pauschal sagen. Legen Sie mit Ihrer Steuerberatung einen festen Anteil jeder Einnahme fest und übertragen Sie ihn konsequent.
Kosten Unterkonten extra?
Häufig ja. Unterkonten gehören zu den typischen Gebührenarten neben Grundgebühr, Buchungsposten, Karten, Bargeld und Fremdwährungszahlungen. Ob und wie viel sie kosten, steht in der Preisliste des Anbieters.
Wird Guthaben auf einem Rücklagenkonto verzinst?
Meist nicht, denn Geschäftskonten sind auf Zahlungsverkehr ausgelegt. Wer dauerhaft größere Rücklagen hält, sollte prüfen, ob sich ein verzinstes Konto lohnt; siehe unsere Seite zum Geschäftskonto mit Zinsen.
Brauche ich ein Zweitkonto als Absicherung?
Ein zweites Konto bei einem anderen Anbieter sorgt dafür, dass Sie bei einer Kündigung, einer Sperre oder einer technischen Störung zahlungsfähig bleiben. Für Unternehmen mit laufenden Verpflichtungen ist das eine sinnvolle Vorsorge.
Research Lead
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Stand:
Quellen: § 18 UStG (Umsatzsteuer-Voranmeldung und Vorauszahlungen) · § 37 EStG, § 31 KStG (Vorauszahlungen auf Einkommen- und Körperschaftsteuer) · Preis- und Leistungsverzeichnisse der Anbieter (Unterkonten als Gebührenposition)